musikÖsterreichische Musik

FARCE ist ein in Hochglanzplastik laminierter, formvollendeter, queerer Popstar für die letzten Tage der Menschheit und mindestens die erste Woche danach. Fast zwei Jahre nach dem Kritikliebling mit dem unaussprechlichen Namen (Ich sehe im vorbeifahrenden Auto den Unfall mitvorbeifahren in Zeitlupe und rueckwaerts, Meta Matter, 2017) präsentiert FARCE ihr knapp betiteltes, vielerwartetes Studiodebüt. HEAVY LISTENING findet Veronika J. König in deutlich poppigeren, konkreteren musikalischen Gefilden wieder. Konzipiert als zusammenhängendes Werk fordert es schamlos ungeteilte Aufmerksamkeit, das ,,heavy listening" der Hörenden ein, ohne dabei die Affinität zum Ohrwurm zu verlieren. Die LP ist in erstmaliger Zusammenarbeit mit dem Wiener Musiker und Produzenten Nikolaus Abit enstanden und widerspricht mit 55 Minuten Spielzeit sowohl in Form, als auch Inhalt den Gepflogenheiten zeitgenössischer Popmusik. Spielend bedient es sich an Genres von Trance bis Indie, Trip Hop bis Schlager. Das Ergebnis ist ein vielschichtig und prägnant produziertes Konzeptalbum, das Vergleiche mit KünstlerInnen wie St. Vincent, Charli XCX oder LCD Soundsystem nahelegt und FARCE zu einer der spannendsten AkteurInnen einer Nouvelle Vague des Not-So-Underground Pop macht.

Foto: Laura Schäffer

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