M.i.St. # 22 – Menschen in Detroit
July 20th, 2010Menschen in Detroit, ausgestrahlt ab 13. August 2010, ist der erste Teil einer neuen M.i.St. – Serie, nämlich
Städte der Vergangenheit und der Zukunft.
Mit neuer Signation – Papa Was A Rolling Stone von den Temptations – passen wir uns der Stadt an, die im Zentrum der 22. Ausgabe der Sendung steht: Detroit. Von der fordistischen Stadt zur postmodernen Kunststadt
Detroit ist fordistische und post-fordistische Stadt, ist Motor City, Renaissance City, Techno City. Motown, street riots, Fliessband, beats. Ausgehend von der Ausstellung in der Wiener Kunsthalle – project space Karlsplatz und einem Interview mit Ko-Kuratorin Synne Genzmer gestalten wir ein special zur Industriestadt-gone-farming.
(side-step: Charlie Ahearn, Regisseur von Wild Style, im Kunsthalle-Video!)
Danila Mayer a.k.a. Dane Jerous erläutert danach ein paar Hintergründe zu Motown; viel Musik wird in der Sendung gespielt werden, unsere alten Scheiben, dafür komponiert, aus den Autoradios der Ford Mustangs zu tönen. Die Baby Boomers konsumierten zu den Supremes und Martha and the Vandellas, aber Motown, in ihrem Sub-Label Black Forum, nahm auch Martin Luther King’s Speeches auf; und mit der Verlagerung der Auto-Produktionsstätten in die weissen Suburbs begann Detroits Inner City – ausgezehrt – zu kippen. Die Revolten und Strassenkämpfe von 1967, mit den kalifornischen Watts Riots in 1965 und den Aufständen nach Martin Luther King’s Ermordung, markieren das Ende des Traumes, der Träume: von der Errettung durch black capitalism (Motown), durch das Civil Rights Movement (Martin Luther King), durch Malcolm X, Farakhan, oder die Black Panthers (siehe dazu auch unser 2008 geführtes Interview mit Brenda Tindal auf dieser Website).
Detroit hatte immer eine Kunstszene, mit dem Detroit Institute of Arts, und seit einigen Jahren das MoCAD; was heutzutage so los ist, zeigte die Ausstellung im project space karlsplatz der Wiener Kunsthalle. Mehr dazu in der Sendung.
Als Eingangssequenz werden wir uns anschauen, was aus den Wiener Bahnhöfen mittlerweile so geworden ist: der Südbahnhof ist einem grossen Stadt-Strand gewichen, überragt von Kränen und dem Museum of Revolution (von Marco Lulic); der Westbahnhof leidet unter seiner neuen Wolkenspange, und von der einst lieblichen Gestaltung des Europa-Platzes ist nicht viel übrig geblieben.
Musik:
Dancing in the Streets von Martha and the Vandellas, Be My Baby von den Ronettes, Papa Was A Rolling Stone von den Temptations. Eine Sequenz von Jeff Mills zu seinem Video Banana Dance – Josephine Baker.
Bücher: Will You Still Love Me Tomorrow? von Charlotte Greig, Virago Press 1989; Rockin’ in Time von David Szatmary, Prentice-Hall 1991. Wir zitieren auch aus Dancing in the Streets, dem Buch von Suzanne E. Smith zu Motown and the Cultural Politics of Detroit (Harvard University Press), das 2003 bereits in der vierten Auflage erschienen ist). Zu Detroit: vieles von Jerry Herron, Wayne University, auch im Netz.
Wir danken Synne Genzmer von der Kunsthalle Wien.
Vorschau:
in der 23. Sendung von Danila Mayer, mit der Stimme von Susanne Luschin, werden wir eine utopisch-dystopische Riesenkonglomeration beleuchten, nämlich Los Angeles, ein Labor für die Stadt der Zukunft, am Beginn des 20. Jahrhunderts begonnen; mit ein paar Ausflügen nach Chicago, Stadt aus Blut und Geld und verbotenem Alkohol. Ab 8. Oktober auf okto.