Islam in Österreich
February 28th, 2007Islam in Österreich
Eine Chronologie
Handel und Wandel
ca. 1000 n. Chr.
Erste Handelsbeziehungen zwischen der islamischen Welt und dem Gebiet des heutigen Österreich, Niederlassungen von Kaufleuten im Burgenland
1529 -1683
Zeit der Türkenkriege
Macht- und Okkupationsstreben der damaligen Großmächte leben in der Erinnerung als religiös motivierte Kriege fort, obwohl einzelne christliche Länder auch mit den muslimischen Osmanen kooperierten. Eine Ursache für bis heute verwurzelte Ressentiments. Aber selbst in Kriegszeiten floriert der Handel, findet durch den Warenaustausch auch ein kultureller Austausch statt, dessen Erbe längst in Österreich aufgegangen ist.
16. August 1718
Passarowitzer Friede: Garantie der Handelsfreiheit für alle türkischen Untertanen auf dem Gebiet der Monarchie
1737
Aufruf Karls VI.: Im Falle der Eroberung Bosniens Schutz und Garantie auf den Besitz der Bevölkerung nur im Falle des Übertritts zum Christentum
1787 bis 1792
Krieg zur Aufteilung des Osmanischen Reiches
Beziehungen zum Orient geben vielfältige Anstöße
1847
Gründung der Akademie der Wissenschaften mit dem Orientalist Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall als erstem Präsident, Österreich in engen diplomatischen Beziehungen zur „Hohen Pforte“ in Istanbul, ideales Klima für wissenschaftliche respektvolle Beschäftigung mit dem Orient
1878
Ermächtigung der Donaumonarchie durch den Berliner Kongress Bosnien Herzegowina zu okkupieren
1908
Bosnien Herzegowina staatsrechtlich eingegliedert – Integration durch eigenes Islamgesetz angestrebt
Integration – ein beidseitiger Prozess
1912
Islamgesetz: Anerkennungsstatus – Garantie der freien und öffentlichen Religionsausübung, der inneren Autonomie in der Regelung der religiösen Angelegenheiten
1924
Verordnung über die Erstreckung der Regelungen interkonfessioneller Verhältnisse auf das Burgenland – Islamgesetz erwähnt
Ab 1964
Verstärkter Zuzug von Menschen muslimischen Glaubens als „Gastarbeiter“, muslimische Studierende an den Universitäten
1971
Einreichung der Statuten der „Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“ durch den Verein „Moslemischer Sozialdienst“
1979
Bewilligung der Statuten durch das Kultusministerium
„grünes Licht“ für die Aufnahme der Tätigkeit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich als Körperschaft öffentlichen Rechts Menschen muslimischen Glaubens in ihren religiösen Anliegen zu vertreten
1982/83
Start des Religionsunterrichts an den öffentlichen österreichischen Schulen, heute 40.000 SchülerInnen an ca. 2700 Standorten von ca. 350 LehrerInnen unterrichtet
1989
Erstreckung der Anerkennung von der hanefitischen auf alle sunnitischen und schiitischen Rechtsschulen (dem Selbstverständnis des Islam entsprechend, gestützt auf das Islamgesetz) durch den Obersten Gerichtshof
1997
Erkrankung von Dr. Abelrahimsai und Bestellung von Prof. Anas Schakfeh zum geschäftsführenden Präsidenten der IGGiÖ
1998
Gründung der IRPA, der Islamischen Religionspädagogischen Akademie zur einheitlichen Ausbildung der künftigen LehrerInnen für den Islamunterricht
1999
Tod des Präsidenten der IGGiÖ Dr. Abdelrahimsai
2000
Ein Wahljahr: Betätigung von Präsident Schakfeh durch den Schurarat im Februar, Wahl der Ausschüsse der Religionsgemeinden im Juni, erstmals Frauen in diesem Vertretungsgremium
2001
Volkszählung:
4,2% Menschen mit muslimischem Bekenntnis, 338.998 Personen im Bundesgebiet
Wien: 7,8% 121.149
Burgenland: 1.4 % 3993
Kärnten: 2,0% 10.940
Niederösterreich: 3.2 % 48.730
Oberösterreich: 4,0 % 55.581
Salzburg: 4,5% 23.137
Steiermark: 1,6% 19.007
Tirol: 4,0% 27.117
Vorarlberg: 8,4% 29.334
96.052 Muslime besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft
2002
Juni: Wahl zum Obersten Rat mit zwei Frauen als Mitgliedern
September: Gründung der Islamischen Faschschule für Soziale Bildung
2003
Juni: Grazer Imamekonferenz
Definition der Beziehungen zwischen der muslimischen Minderheit und den europäischen Ländern, in denen sie leben. Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und einem „Weg der Mitte“ in Ablehnung von Extremismus, Fanatismus und Fatalismus.
September: Das Islamische Religionspädagogische Institut nimmt seine Arbeit zur Lehrerweiterbildung auf.
Oktober: Beginn der Errichtung eines islamischen Friedhofs in Wien
November: www.derislam.at, die Homepage der Islamischen Glaubensgemeinschaft, geht online
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Publiziert am: 2005-04-08
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